1x2-Wette Erklärung 2026: Dreiwege im Fussball, Schweizer Bewilligung und das, was die Quote wirklich kostet

Updated Oktober 2026
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Aktualisiert am 19. Oktober 2026 · Geprüft gegen die Spielregeln Sporttip Version 4.2 und die Verordnung 2026 der interkantonalen Geldspielaufsicht Gespa.

Ein Fussball liegt auf dem Mittelkreis eines Rasenfelds, die weissen Linien kreuzen sich auf dem gepflegten Gras im warmen Abendlicht.
Bei der klassischen Siegwette im Fussball gibt es drei Ausgänge: «1» für den Heimsieg, «0» beziehungsweise «X» für das Unentschieden und «2» für den Auswärtssieg.

Eine 1×2-Wette ist die einfachste Form der Sportwette und gleichzeitig die, an der die Eigenheiten des Marktes am deutlichsten sichtbar werden: drei Ausgänge, eine Quote pro Ausgang, ein Gewinn, der sich aus Einsatz mal Quote ergibt. Wer das Prinzip einmal verstanden hat, sieht es in jeder Kombiwette, in jedem Boost und in jedem Cash-Out wieder. Das Verständnis für die Zusammenhänge zwischen den Quoten, der Marge und der rechtlichen Lage ist entscheidend, um zwischen erlaubten Angeboten und den Versprechen internationaler Anbieter zu unterscheiden.

Wie die Schweiz Sportwetten erlaubt und was die Gespa-Liste wirklich abdeckt

Wer in der Schweiz überhaupt wetten darf

In der Schweiz ist Sportwetten kein Markt, in dem viele um eine Bewilligung konkurrieren. Das Geldspielgesetz BGS vom 1. Januar 2019 hat die beiden Veranstalterinnen, die es seit langem gab, ausdrücklich bestätigt und allen anderen die Tür verschlossen: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, spielt bei Swisslos; die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis gehören zum Gebiet der Loterie Romande.

Eine Trillerpfeife liegt auf dem Rasen neben der Mittellinie, Tau hängt an den Halmen, im Hintergrund ein leerer Spielfeldrand.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000.

Eine ausländische Lizenz aus Malta, Curaçao oder Deutschland hat hier keine Wirkung. Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten anbietet, macht sich strafbar, und die Gespa führt eine Sperrliste mit Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS blocken müssen. Wer sich dennoch bei einem solchen Anbieter anmeldet, hat keinen Schutz über das Schweizer Ausschlussregister, keinen Schweizer Rekursweg und riskiert je nach Kanton die Besteuerung der Gewinne als Einkommen. Eine inländische Bewilligung bedeutet im Gegenzug vollen Schutz, aber auch eine geschlossene Liste erlaubter Sportarten und Wettbewerbe, eine Residenzpflicht für die Kontoeröffnung und strikte Identitätsprüfung.

Was auf der Gespa-Liste steht und was nicht

Erlaubt sind ausschliesslich Sportereignisse, die auf der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und Wettbewerbe aufgeführt sind. Wetten auf das Wetter, auf politische Ereignisse oder auf TV-Shows sind in dieser Liste nicht enthalten und dürfen hierzulande weder online noch am Verkaufstresen angeboten werden. Was auf der Liste steht, ist die ganze erlaubte Welt: Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Rangierungswetten nur, wenn die Platzierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Trainingsläufe, Eckstosswetten, Kartenwetten und ein Esport-Bereich fehlen in der Liste, und so fehlen sie auch im Wettprogramm.

Ein leeres Stadion im Morgenlicht mit Blick auf die Sitzreihen, im Hintergrund Hügel und aufsteigender Nebel.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone und zählt 2'350 Verkaufsstellen in der Westschweiz.

Wer eine 1×2-Wette abschliessen will, muss also vor allem prüfen, ob das Spiel überhaupt auf der Liste steht. Bei einem Meisterschaftsspiel der Schweizer Super League, einem Champions-League-Gruppenspiel oder einem WM-Spiel ist die Antwort in der Regel ja; bei einem unterklassigen Freundschaftsspiel, einem U17-Turnier ausserhalb der Liste oder einem Esport-Match ist sie nein.

Wie die Aufsicht in der Praxis funktioniert

Die Gespa mit Sitz in Bern beaufsichtigt die beiden Veranstalterinnen; sie prüft Wettprogramme, Spielregeln und Werbung. Die Eidgenössische Spielbankenkommission ESBK ist für Online-Casinos zuständig, nicht für Sportwetten. Das Geldspielkonkordat von 2021 ordnet die Aufsicht interkantonal, und die Verordnung über Geldspiele VGS regelt das Detail: ein Spielerkonto pro Person, identifizierte Zahlungswege, eine Spielsperre im schweizweiten Register. Wer in der Schweiz wettet, bewegt sich also innerhalb eines kleinen, geschlossenen Marktes mit zwei Anbietern, einer vollständigen Aufsicht und einem klaren Ausschlussregister.

Was Schutzmechanismen konkret bringen und warum sie nur so weit reichen wie ihr Inhalt

Verlustlimiten und Einzahlungslimiten

Beide Veranstalterinnen verlangen, dass Spielende vor der ersten Wette eigene Verlustlimiten setzen, und zwar getrennt für 1, 7 und 30 Tage. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich freiwillig eine Einzahlungslimite für 30 Tage setzen. Der Schutz wirkt nur, solange er eingestellt ist, und er wirkt nur auf das eigene Konto.

Wer den Hebel nutzt, schiebt das Maximum, nicht das Minimum: Die Limite begrenzt das Schlimmste, das passieren kann, sie macht das Wetten nicht sicherer. Wer mit Verlusten zu tun hat, die das eigene Budget übersteigen, schaltet zusätzlich die Spielsperre ein.

Spielsperre und das schweizweite Register

Eine Spielsperre lässt sich bei Swisslos produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst setzen, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in das schweizweite Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Bei der Loterie Romande gilt Entsprechendes. Eine selbst gewählte Sperre kann erst nach drei Monaten wieder aufgehoben werden, mit Einbezug einer Fachstelle. Wer gesperrt ist, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn.

Das Register ist eine der wenigen Stellen, an denen der Schweizer Markt tatsächlich grenzüberschreitend funktioniert: Eine Sperre hier wirkt in allen Casinos und beiden Lotterie-Organen. Wer in einem ausländischen Online-Casino spielt, taucht nicht in diesem Register auf, eine dortige Sperre wirkt nicht in der Schweiz.

Warum ein guter Tipp trotzdem nie gewiss ist

Eine 1×2-Wette hat drei Ausgänge, und jeder dieser Ausgänge ist möglich. Die Quote auf den Favoriten mag tief erscheinen, die Quote auf den Aussenseiter mag hoch erscheinen, aber die Wahrscheinlichkeit jedes Ausgangs ist im Voraus unbekannt und nach dem Spiel exakt 0 oder 1. Wer auf einen Favoriten setzt und gewinnt, hat nicht bewiesen, dass die Quote fair war. Wer verliert, hat nicht bewiesen, dass der Tipp schlecht war. Eine Wette ist eine Vereinbarung über einen möglichen Gewinn, nicht über ein wahrscheinliches Ergebnis.

Die Buchmacherin sitzt auf der anderen Seite der Vereinbarung. Sie hat das Recht, den Markt zu gestalten, sie kann die Quoten anpassen, sie kann Wetten ablehnen, sie kann Live-Quoten anbieten oder zurückziehen. Wer sich gegen diese Asymmetrie schützen will, nutzt die eigenen Limiten und die Sperre, nicht den Tipp.

Wettmärkte rund um die 1×2-Wette und die Mechanik der Quote

Wettmärk, Quoten und Gewinnberechnung

Eine 1×2-Wette auf den Fussball funktioniert so: «1» steht für den Heimsieg, «X» oder «0» für das Unentschieden, «2» für den Auswärtssieg. Wer CHF 10 auf «2» zu Quote 2.40 setzt, erhält im Fall eines Auswärtssiegs CHF 24.00 zurück, also den Einsatz zehn Euro CHF plus den Nettogewinn CHF 14. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet; bei der Loterie Romande gelten eigene Rundungsvorgaben. Was nach dem Match auf dem Konto landet, ist der gerundete Betrag, nicht der Preis, den die Anzeige versprochen hat.

Drei Quoten, drei Ausgänge, eine Wette. Soweit die Mechanik. Interessant wird es, sobald man die Quoten zueinander in Beziehung setzt.

Wie viel die Buchmacherin pro Markt behält

Die Quoten der drei Ausgänge spiegeln die Einschätzung der Buchmacherin, nicht die wahren Wahrscheinlichkeiten. Was in den Quoten steckt, ist ein Zuschlag: die Marge. Wer das Ausmass der Marge greifen will, rechnet die Quoten in Wahrscheinlichkeiten um und addiert sie.

Für eine fiktive, ausgeglichene Begegnung mit Quote 1.90 auf Heimsieg und Quote 1.90 auf Auswärtssieg ergibt die Rechnung: Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1.90 ÷ 2 = 0.95, also 95 %, und die Marge = 100 % − 95 % = 5 %. Bei einer Begegnung mit drei Ausgängen und Quoten, die alle leicht zugunsten der Buchmacherin verschoben sind, liegt die Auszahlungsquote typischerweise im Bereich von 90 bis 96 %, die Marge also zwischen 4 und 10 %.

Diese Bandbreite ist kein Zufallswert: Die Marge ist das, wovon die Veranstalterin ihre Kosten deckt und wovon ein Teil an die Kantone fliesst, wie es das Gesetz für gemeinnützige Zwecke vorsieht. Für die einzelne Spielende bedeutet sie, dass die Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten über 100 % liegt, und dass auf Dauer jede Wette einen Teil des Einsatzes an die Veranstalterin verliert. Wer diese Mechanik einmal gesehen hat, sieht sie in jedem Markt wieder: Doppelte Chance, Handicap, Über-Unter, jede einzelne trägt eine eigene Marge, und keine Marge ist null.

Verwandte Märkte: Doppelte Chance, Handicap, Über-Unter

Wer mit dem Risiko der drei Ausgänge nicht zurechtkommt, weicht auf verwandte Märkte aus. Die Doppelte Chance fasst zwei Ausgänge zusammen: «1X» gewinnt bei Heimsieg oder Unentschieden, «X2» bei Unentschieden oder Auswärtssieg, «12» bei Heimsieg oder Auswärtssieg. Die Quote ist tiefer als bei der Einzelwette, weil die Trefferwahrscheinlichkeit steigt. Das Handicap verschiebt das Ergebnis künstlich: Ein Handicap von −1 für den Favoriten bedeutet, dass dieser bereits mit einem Tor führt, bevor das Spiel angefangen hat. Über-Unter zielt auf die Anzahl Tore und löst die Frage «wer gewinnt» durch die Frage «wie viele fallen» ab.

Alle diese Märkte haben ihre eigenen Quoten und damit ihre eigene Marge. Ein scheinbar harmloser Tipp auf «beide Teams treffen» trägt typischerweise eine ähnliche Marge wie die 1×2-Wette auf das gleiche Spiel. Wer Quoten vergleicht, vergleicht tatsächlich die Margen, nicht die «Best Odds».

Livewetten und Cash-Out

Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird. Wetten, die nach dem Eintreffen des Ausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann die Veranstalterin Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Der Spielraum ist hier grösser als bei Pre-Match-Wetten, und wer live wettet, akzeptiert diesen Spielraum.

Cash-Out funktioniert bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiger Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und die Veranstalterin muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Der Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen Gewinn bei regulärem Ausgang, hängt vom Spielstand ab und kann von der Veranstalterin jederzeit angepasst werden.

Sonderfälle: Cash-Out, Bet-Builder, Kombiboost

Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse desselben Spiels nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt die Veranstalterin irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50 und stockt den Nettogewinn: 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen, alles limitiert auf Einsatz und Gewinnerhöhung. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Ereignisses um einen angegebenen Prozentsatz und gelten pro Person nur einmal. Bei Cash-Out verfällt der jeweilige Boost.

Wer mit Boosts rechnet, rechnet mit zwei Unbekannten: der Grundquote und dem Boost. Die Grundquote trägt bereits die Marge, der Boost kann diese Marge nicht auflösen, er verschiebt nur den Gewinn nach oben, wenn die Wette gewinnt. Auf Dauer ist auch hier die Marge der entscheidende Wert.

Wie die reguläre Spielzeit definiert ist

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit, im Fussball also 90 Minuten plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer auf «2» in einem K.o.-Spiel setzt und das Spiel in die Verlängerung geht, gewinnt die Wette nur, wenn das Wettprogramm die Verlängerung einschliesst. Bei «nur reguläre Spielzeit»-Wetten zählt das Ergebnis nach 90 Minuten.

Wer den Unterschied übersieht, verliert die Wette trotz richtigem Tipp. Das Wettprogramm enthält den Zusatz, die Spielregelung definiert ihn; lesen bildet hier.

Die zugelassenen Anbieter im Vergleich

Einordnung

Die folgende Übersicht nennt die zugelassenen Anbieter, ihren Bewilligungsstatus und ihre Trägerschaft. Sie macht keine Aussage zu Bonus, Quote oder Limits, weil beide Veranstalterinnen ihre Quote selbst festlegen und ihre Limits betrieblich handhaben. Eine umfassende Bewertung ist nur dort möglich, wo die Spielregeln und das Wettprogramm der Veranstalterin selbst die Daten liefern.

Marke Schweizer Bewilligung Trägerschaft / ausgewiesene Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung BGS (Grossspiel) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel, Aufsicht Gespa
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung BGS (Grossspiel) Société de la Loterie de la Suisse Romande, Sitz Lausanne, Aufsicht Gespa
Boomerang Bet Ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe: nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS); Domain auf der Gespa-Sperrliste möglich
BetLabel Ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe: nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS); Domain auf der Gespa-Sperrliste möglich
BDMBet Ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe: nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS); Domain auf der Gespa-Sperrliste möglich
Betify Ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe: nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS); Domain auf der Gespa-Sperrliste möglich
Gamdom Ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe: nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS); Domain auf der Gespa-Sperrliste möglich
Roobet Ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe: nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS); Domain auf der Gespa-Sperrliste möglich
BC.Game Ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe: nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS); Domain auf der Gespa-Sperrliste möglich
Unibet Ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe: nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS); Domain auf der Gespa-Sperrliste möglich

Die Spalte Bewilligung folgt dem Geldspielgesetz, nicht dem Marketing der Anbieter. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Wirkung; ein Anbieter, der auf der Sperrliste steht, ist nicht «legal mit anderem Pass». Wer in der Schweiz wettet, hat die Wahl zwischen zwei Veranstalterinnen, und beide sitzen fest in der Aufsicht der Gespa.

Swisslos Sporttip

Swisslos betreibt das Produkt Sporttip auf der Grundlage der interkantonalen Vereinbarung von 2019 und führt die Wetten im Vertragsgebiet durch: die deutschsprachigen Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Sitz der Genossenschaft ist Basel. Wer dort wohnt, kann online ein Konto eröffnen, muss volljährig sein, darf keine Spielsperre haben und wird identifiziert, der Ausweis wird ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Pro Person ist ein Konto erlaubt. Das Wallet lässt sich per Online-Zahlung oder Einzahlungsschein aufladen, Mindestbetrag CHF 20, maximal CHF 10’000 in 30 Tagen, ein Kauf nur, solange das Wallet CHF 9’999 nicht übersteigt; PostFinance Pay wird als Zahlungsweg angeboten.

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000, für eine Systemwette CHF 10’000. Die Veranstalterin kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Auszahlungen auf Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonten sind innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis, ab der dritten Auszahlung fällt eine Kommission von 3 % an, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der Auswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.

Sporttip ist der einzige Anbieter, der im deutschsprachigen Raum und im Tessin 1×2-Wetten mit Schweizer Bewilligung anbietet. Das Wettprogramm ist breit, die Marge schwankt von Markt zu Markt, und wer Cash-Out nutzt, akzeptiert, dass die Veranstalterin den Auszahlungsbetrag jederzeit anpassen kann.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande betreibt das Produkt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Sitz ist Lausanne, Avenue de Provence 14, die Loterie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweize und 221 Mitarbeitende. Online-Registrierung läuft über jeux.loro.ch, der Mindesteinsatz liegt online bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3, für Multiples ebenfalls bei CHF 2, der Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 500, ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Einzelquote oder die Gesamtquote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette: CHF 300’000, alle Gewinne eines Multiples zusammen: CHF 1’000’000.

Wer in der Romandie wohnt, hat hier die regulierte Adresse für 1×2-Wetten; wer nicht dort wohnt, kann kein Online-Konto eröffnen. Die Verkaufsstellen sind vor allem für die ältere Generation und für jene, die ohne Konto wetten wollen, weiterhin ein Angebot. Die Verkaufsstelle ändert nichts an der Auszahlung: Sie ist Teil desselben Konzessionsrahmens.

Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Boomerang Bet, BetLabel, BDMBet, Betify, Gamdom, Roobet, BC.Game und Unibet sind internationale Marken mit ausländischer Lizenz nach Eigenangabe. In der Schweiz hat keine dieser Lizenzen Wirkung, und Werbung für sie ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten, bei Zuwiderhandlung droht eine Busse bis CHF 500’000. Die Gespa-Sperrliste blockt Domains per DNS, und das Blockade im Nachgang ist die Regel: Wer heute auf einer Domain spielt, kann morgen auf einer anderen landen.

Wer sich dennoch bei einem ausländischen Anbieter anmeldet, spielt ohne Schweizer Schutz: keine Spielsperre im Register, keine Verlustlimiten-Pflicht der Veranstalterin, keine Schweizer Rekursinstanz bei Streit, keine Auszahlung auf ein Schweizer Bankkonto garantiert. Gewinne aus ausländischen Grossspielen werden je nach Kanton als Einkommen besteuert; Thurgau etwa besteuert sie vollständig, unabhängig vom Betrag. Wer auf der Seite der Schweizer Bewilligung spielt, akzeptiert die kleine Auswahl und das geschlossene Wettprogramm; wer ausländisch spielt, akzeptiert die fehlende Aufsicht.

Die 1×2-Wette in der Praxis

Der Stand vor dem Anpfiff

Wer eine 1×2-Wette platzieren will, öffnet das Wettprogramm von Sporttip oder Jouez Sport, wählt das Spiel aus der Liste und prüft, ob die reguläre Spielzeit 90 Minuten plus Nachspielzeit umfasst und ob keine Schwächung jener Wettbewerbs den Ausschluss bedeutet. Dann wählt er den Ausgang, gibt den Einsatz ein und bestätigt. Bei einer Kombiwette werden weitere Auswäge hinzugefügt, die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten. Bei Live-Wetten beginnt der gleiche Ablauf, nachdem das Spiel angepfiffen ist; bei Cash-Out kann die offene Wette vor dem Ende vorzeitig ausgewertet werden.

Was im Wettschein steht, ist eine Vorhersage, kein Versprechen. Die Veranstalterin kann die Quote bis zur Wettabgabe anpassen, sie kann die Wette bei technischen Stössen einen Abbruch zurückweisen, sie kann einen Ausgang nachträglich für ungültig erklären, wenn das Spiel abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird.

Wie sich der Gewinn zusammensetzt

Beispiel: Einsatz CHF 20, Quote 2.10. Gewinn = 20 × 2.10 = CHF 42.00, also der Einsatz CHF 20 plus Nettogewinn CHF 22. Bei einer Kombiwette mit zwei Ausgängen zu Quote 1.80 und 2.20 beträgt die Gesamtquote 1.80 × 2.20 = 3.96. Gewinn = 20 × 3.96 = CHF 79.20. Bei Sporttip wird der Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet; bei Jouez Sport gelten eigene Rundungsregeln. Was auf dem Spielkonto landet, ist der gerundete Betrag.

Verlustrisiko gegenüber dem 1×2-Markt: Wer 100 Wetten zu durchschnittlicher Marge 5 % platziert, verliert auf Dauer rund 5 % des Gesamtumsatzes an die Veranstalterin. Das ist kein Zufallswert, sondern die Mechanik. Wer die Marge senken will, vergleicht die Quoten, nicht die Werbung.

Wenn das Spiel nicht stattfindet

Wird ein Spiel abgesagt und nicht innert 48 Stunden (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Auswahl die Quote 1.00. Wird ein Spiel abgebrochen und nicht zu Ende gespielt, gilt Entsprechendes je nach Sportart. Wer auf Live-Wetten setzt und nach dem Ausgang wettet, dem wird die Wette mit Quote 1.00 gewertet; bei spielentscheidenden Szenen kann die Veranstalterin dasselbe tun.

Die Frage ist hier nicht «wer gewinnt», sondern «was passiert mit meinem Einsatz». Die Spielregeln regeln die Frage, und sie sind der Ort, an dem die Antwort steht, nicht die Wettbestätigung.

Häufige Fragen zur 1×2-Wette in der Schweiz

Was heisst 1×2 bei Sportwetten?

1×2 ist die klassische Siegwette auf einen Fussball mit drei Ausgängen: «1» für den Heimsieg, «X» für das Unentschieden, «2» für den Auswärtssieg. Die Wette gewinnt, wenn der gewählte Ausgang eintritt, sonst ist der Einsatz verloren. Die Quote pro Ausgang spiegelt die Einschätzung der Veranstalterin, nicht eine faire Wahrscheinlichkeit, und enthält eine Marge.

Wofür stehen die Zeichen 1, X und 2 auf dem Wettschein?

«1» steht für den Heimsieg, «X» für das Unentschieden, «2» für den Auswärtssieg. Bei manchen Anbietern ist das Unentschieden auch als «0» angeschrieben. Die Zahlen beziehen sich nur auf das Ergebnis nach regulärer Spielzeit plus Nachspielzeit, sofern das Wettprogramm keine Verlängerung einschliesst.

Was unterscheidet die 1×2-Wette von der Doppelten Chance?

Die 1×2-Wette hat drei Ausgänge und damit eine höhere Trefferquote für den Favoriten. Die Doppelte Chance fasst zwei Ausgänge zusammen («1X», «X2», «12»), die Quote ist tiefer, die Trefferwahrscheinlichkeit höher. Wer auf das Unentschieden verzichten will, wählt die Doppelte Chance, wer auf den höheren Gewinn wettet, bleibt bei der 1×2-Wette.

Zählt bei einer 1×2-Wette auf Fussball die Verlängerung oder nur die reguläre Spielzeit?

Bei Sporttip und Jouez Sport zählt die reguläre Spielzeit plus Nachspielzeit, also im Fussball 90 Minuten plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer auf «2» in einem K.o.-Spiel setzt, gewinnt die Wette bei einem Auswärtssieg in der Verlängerung nur, wenn die Verlängerung im Wettprogramm eingeschlossen ist.

Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet?

Gewinn = Einsatz × Quote, bei Kombinationswetten Einsatz × Gesamtquote (Produkt der Einzelquoten). Bei Quote 2.40 und Einsatz CHF 10 beträgt der Gewinn CHF 24, also CHF 10 und der Nettogewinn CHF 14. Bei Sporttip wird der Betrag auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet; bei Jouez Sport gelten eigene Rundungsregeln.

Welche Anbieter dürfen 1×2-Wetten in der Schweiz anbieten?

In der Schweiz dürfen nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport 1×2-Wetten anbieten, beide auf Grundlage einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa. Andere Marken haben in der Schweiz keine Wirkung, ihre Lizenzen sind hier nicht anerkannt, und ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen.

Inhalt erstellt vom Team «Wettscheinheute.com»