Biathlon wetten in der Schweiz – was erlaubt ist und wie der Markt funktioniert

Updated Oktober 2026
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Stand: 19. Oktober 2026 | Geprüft gegen die Gespa-Bewilligungsliste und die Spielregeln von Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport.

Eine verschneite Langlaufloipe führt durch Tannenwald im Morgenlicht, frische Spuren im Schnee, dahinter Berge im Dunst.
Im Biathlon kostet ein Fehlschuss in Sprint, Verfolgung, Massenstart und Staffel eine Strafrunde von 150 m.

Biathlon ist ein Sport der besonderen Art. Ein einzelner Schuss kann ein Rennen drehen, das nach fünf Kilometern Lauf entschieden schien, und diese Empfindlichkeit schlägt sich in den Quoten nieder: ein Fehlschuss im Stehendschiessen verschiebt die Rangliste, die Wettmärkte reagieren sofort, und wer auf eine Athletin oder einen Athleten gesetzt hat, sieht im Wettschein, was ein Atemzug im Schiessstand wert war. Wer in der Schweiz auf Biathlon wetten will, betritt allerdings einen sehr schmalen Markt. Das Geldspielgesetz erlaubt Sportwetten nur den beiden Veranstaltern, denen die Kantone diese Aufgabe anvertraut haben, und nur zu Wettarten, die auf einer geschlossenen Liste stehen. Das Zusammenspiel aus Sport, Recht und Wettmechanik im Winter 2026 zeigt zudem, was eine Quote über ein Rennen wirklich sagt, und warum keine Prognose die nächste Schleife am Schiessstand vorausahnen kann.

Rechtslage: warum nur zwei Veranstalter Biathlon-Wetten anbieten dürfen

Die Rechtslage in der Schweiz folgt einem einfachen Satz: Wer in der Schweiz Sportwetten anbietet, braucht eine Schweizer Bewilligung, und die Kantone haben den Kreis der Bewilligten geschlossen. Grundlage ist das Bundesgesetz über Geldspiele und Geschicklichkeitsspiele (Geldspielgesetz, BGS; SR 935.51), das seit dem 1. Januar 2019 in Kraft ist. Sportwetten gelten darin als Grossspiel, brauchen eine Veranstalterbewilligung und pro Spiel eine eigene Spielbewilligung (Art. 21–25 BGS), und die Aufsicht liegt bei der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, nicht bei der ESBK, die in der Schweiz nur Casinos beaufsichtigt. Die Bewilligung gilt ausschliesslich in der Schweiz (Art. 4 BGS). Eine ausländische Lizenz – aus Malta, Curaçao oder Deutschland – entfaltet hier keine Wirkung.

Eine Seilbahnkabine schwebt über einem verschneiten Tal, die Sonne bricht durch die Wolken und beleuchtet die Hänge.
Biathlon gehört seit 1960 mit dem 20-km-Rennen der Männer zum olympischen Programm; Wettbewerbe der Frauen wurden erstmals 1992 in Albertville ausgetragen.

Die Kantone haben in der interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, die am 1. Januar 2021 in Kraft trat, zwei Veranstalter für Lotterien und Sportwetten bestimmt: die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, deren Sportwetten unter dem Namen Sporttip laufen, sowie die Société de la Loterie de la Suisse Romande, die in der Westschweiz unter Jouez Sport auftritt. Beide Veranstalter führen ihre Wettangebote gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung Geldspiele 2020. Wer bei einem anderen Anbieter wettet, wettet ohne Schweizer Bewilligung – mit allen Konsequenzen, die dieser Abschnitt noch zeigen wird.

Die Swisslos- und Loterie-Romande-Angebote sind geografisch getrennte Märkte. Swisslos Sporttip wird im Vertragsgebiet von Swisslos durchgeführt, das die Deutschschweizer Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich, den Kanton Tessin sowie das Fürstentum Liechtenstein umfasst. Ein Online-Konto bei Sporttip lässt sich deshalb nur von Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in diesem Vertragsgebiet eröffnen. Die Loterie Romande betreut mit Jouez Sport die Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, mit Sitz in Lausanne, 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitenden.

Was gewettet werden darf, steht auf einer geschlossenen Liste. Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, die regelmässig aktualisiert wird und auf der für Biathlon nur die Wettbewerbe und Wettformen stehen, die das Gespa ausdrücklich aufgenommen hat. Qualifikationsläufe zählen nur, wenn die Liste sie ausdrücklich nennt, Frauenwettbewerbe ebenso. Rangwetten sind nur erlaubt, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet. Trainingsläufe sind keine Wetten, E-Sports erscheinen auf der Liste nicht, und Eckball- oder Kartenmärkte, wie sie internationale Buchmacher anbieten, kennt die Schweizer Bewilligung ebenfalls nicht. Die Liste ist abschliessend, nicht exemplarisch.

Was das praktisch heisst: Wenn ein Buchmacher ohne Bewilligung für ein Biathlon-Rennen Dutzende Spezialmärkte anbietet, sprengt er die Liste. Wetten ohne Schweizer Bewilligung bleiben in der Schweiz nicht erlaubnisfähig. Die beiden bewilligten Veranstalter dürfen innerhalb der Liste eigene Wettformen anbieten, müssen sich aber an deren Vorgaben halten. Der Biathlon-Weltcup und die Biathlon-Weltmeisterschaften sind als Wettbewerbe auf der Liste zu finden, einzelne Wettarten sind aber von der Liste abhängig.

Die Konsequenz für Wettende: Wer in der Schweiz auf Biathlon wetten will, hat zwei seriöse Adressen. Beide nehmen nur Personen mit Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet auf, beide verlangen eine identifizierte Registrierung mit Ausweisprüfung, beide binden sich an die Schweizer Spieler­schutz­regeln, und beide führen ihre Wetten in Schweizer Franken. Wer in einem anderen Kanton wohnt, als das Produkt abdeckt, kann sich beim «falschen» Veranstalter nicht registrieren – das System ist kantonal segmentiert. Wer im Ausland wohnt, kann sich bei keinem der beiden Veranstalter online anmelden.

Offshore-Anbieter ohne Schweizer Bewilligung: was der Markt ist und was er nicht ist

Neben den beiden Schweizer Veranstaltern trifft eine Schweizer Wettinteressentin oder ein Schweizer Wettinteressent im Internet auf eine Reihe ausländischer Marken, die Biathlon-Wetten anbieten – mit Lizenzen aus anderen Rechtsräumen und ohne Schweizer Bewilligung. Diese Anbieter sind in der Schweiz nicht erlaubt. Eine ausländische Lizenz entfaltet hier keine Wirkung, das Anbieten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist nach Art. 130 BGS eine Straftat, gewerbsmässig bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe, und Werbung für nicht in der Schweiz bewilligtes Geldspiel wird mit Busse bis zu CHF 500’000 geahndet (Art. 74 Abs. 3 und Art. 131 BGS).

Ein Paar Langlaufskier steckt aufrecht im Schnee neben einem Holzzaun, die Sonne glitzert auf Eiskristallen.
Beim Biathlon-Schiessen beträgt die Entfernung zu den Scheiben 50 m.

Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS-Sperre blockieren. Die Liste wird laufend erweitert und umfasste Ende 2025 671 Domains; gesperrte Anbieter tauchen unter neuen Domains wieder auf, die Gespa ersetzt die blockierten Einträge jeweils innert Stunden. Die Sperrliste richtet sich gegen die Erreichbarkeit, nicht gegen die Zahlung: Schweizer Banken und Karten­schemata sperren Zahlungen an diese Anbieter nicht, das einzige Blockademittel ist die DNS-Sperre.

Die Spielerinnen und Spieler sind nicht strafbar, das hält das Bundesamt für Justiz fest. Aber: Einsätze und Gewinne können in Strafverfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, es gibt keinen Anschluss an das Schweizer Ausschluss­register, keine Schweizer Aufsicht über die Wettmechanik, keine Schweizer Spieler­schutzregeln und keine Schweizer Rekursmöglichkeit. Wer bei einem offshore-Anbieter wettet, hat weder Anspruch auf die Auszahlung seines Guthabens nach Schweizer Regeln noch auf die Sperrung eines problematischen Kontos im Schweizer Register. Die Geldwäschereiregeln für die Gewinnauszahlung – Auszahlung nur auf ein Konto im Namen der spielenden Person, keine anonymen oder Krypto-Auszahlungen – gelten nur bei den bewilligten Schweizer Veranstaltern; offshore fliesst das Geld auf Kanäle, die das Geldspielgesetz nicht erreicht.

Steuerlich schliesslich behandelt die Schweizer Praxis Gewinne aus ausländischen Grossspielen je nach Kanton unterschiedlich: Der Kanton Thurgau besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als Einkommen, andere Kantone folgen der bundesrechtlichen Freibetragsregelung. Wer bei einem offshore-Anbieter gewinnt, sollte die Frage vor der Gewinnauszahlung mit dem kantonalen Steueramt oder mit einer Steuerberatung klären, denn die Antwort hängt vom Wohnsitzkanton ab.

Die Übersicht «Schweizer Buchmacher im Vergleich» listet die Anbieter im Schweizer Markt nach ihrer Bewilligungssituation auf: Die zwei bewilligten Veranstalter stehen am Anfang, alle anderen sind ohne Schweizer Bewilligung und werden als Vergleichsgrösse dargestellt, nicht als Alternative.

Verantwortungsvolles Spielen: Limiten, Sperre und das selbst gesetzte Budget

Wer in der Schweiz legal auf Biathlon wettet, betritt einen Markt mit klaren Spieler­schutzregeln. Das Geldspielgesetz schreibt vor, dass jede Wett­teilnahme nur volljährig ist, Sporttip und Jouez Sport setzen die Altersgrenze bei 18 Jahren, Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Die Online-Registrierung verlangt einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet des Veranstalters, einen gültigen Ausweis, der gegen Adressregister geprüft wird, und es darf keine Spielsperre bestehen. Eine Person darf sich nur einmal registrieren.

Verlustlimiten sind das Kernstück des Schweizer Schutzsystems. Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für einen Tag, sieben Tage und 30 Tage setzen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999 pro Tag; für unter 21-Jährige gilt eine niedrigere Limite von maximal CHF 1’000 pro Tag. Eine Senkung der Limite tritt sofort in Kraft, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – so verhindert das System, dass ein Verlust spontan zu einer höheren Limite führt. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzbar, die unabhängig von der Verlustlimite gilt. Wer in der Westschweiz bei Jouez Sport wettet, findet eine entsprechende Struktur mit vergleichbaren Schutzregeln.

Die Spielsperre ist das zweite Schutz­element. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für eine Dauer von 1 bis 180 Tagen selbst sperren, ohne Möglichkeit der vorzeitigen Aufhebung. Wer sich für eine unbefristete Spielsperre entscheidet, wird in das schweizweite Register eingetragen, das auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein gilt. Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss vom Veranstalter angeboten werden (Art. 89 VGS). Eine freiwillige Spielsperre kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden, und nur mit Einbezug einer Fachstelle (Art. 84 VGS, Art. 81 BGS). Wer im Register eingetragen ist, hat keinen Anspruch auf die Auszahlung von Einsätzen oder Gewinnen (Art. 45 BGS).

Die Konsequenz für Wettende ist einfach, aber folgenreich: Das Budget ist keine App-Einstellung, die man nach Belieben ändert, sondern eine Schutzschranke mit Verzögerung. Wer mitten in einer Verlustphase die Tageslimite erhöhen will, wartet drei Tage. Wer sich sperren lässt, kommt während der Sperrdauer nicht mehr ins Spielerkonto, auch nicht über den Kundendienst. Die Schutzregeln sind keine Formsache, sondern Voraussetzung dafür, dass ein Wettanbieter in der Schweiz überhaupt eine Bewilligung erhält.

Die Realität an den Verkaufsstellen fällt hinter diesen Anspruch zurück. Die Gespa hat 2025 Testkäufe an Verkaufsstellen durchgeführt: Bei 200 Versuchen, eine Sportwette an Minderjährige zu verkaufen, wurde die Wette in 47.5 % der Fälle verkauft. Die Spielsuchtprävention an Verkaufsstellen ist also auch im bewilligten Markt lückenhaft, was die Verantwortung der Wettenden unterstreicht, eigene Limiten konsequent zu setzen und sich nicht auf die Kontrolle am Schalter zu verlassen.

Biathlon als Sport: Disziplinen, Strafen und Weltcup-Punkte

Wer auf Biathlon wettet, wettet auf eine Sportart mit sieben Disziplinen und einer sehr eigentümlichen Logik: Auf die Laufleistung kommt es an, aber der Schiessstand entscheidet das Rennen. Sprint, Verfolgung, Massenstart und die Staffeln vergeben für jeden Fehlschuss eine Strafrunde von 150 Metern; in der Single-Mixed-Staffel sind es 75 Meter; im Einzelrennen wird pro Fehlschuss eine Strafminute zur Laufzeit addiert. Eine Strafrunde von 150 Metern dauert im Weltcup-Tempo rund 20 bis 25 Sekunden – das ist im Sprint der Abstand zwischen Podium und Mittelfeld, in der Verfolgung der Abstand zwischen Medaille und Platz zehn. Wer die Schiessleistung einer Athletin oder eines Athleten richtig einschätzt, hat im Biathlon einen strukturellen Vorteil gegenüber Wettenden, die nur Lauf­form lesen.

Die Schiesstrecke ist 50 Meter lang. Die Trefferfläche misst im Liegendschiessen 4.5 cm Durchmesser, im Stehendschiessen 11.5 cm. Liegendschiessen gilt als die stabilere Position, das Herzschlag­niveau ist tiefer, die Konzentration fokussierter; Stehendschiessen ist die Disziplin, in der die meisten Fehler passieren. Diese Differenz schlägt sich in der Punktevergabe des Weltcups nieder: Seit der Saison 2022/23 erhält der Sieger eines Einzelrennens 90 Weltcup-Punkte, von der Saison 2008/09 bis 2021/22 waren es 60 Punkte – eine Anpassung, die den Weltcup für die Spitze attraktiver gemacht hat. Die Gesamtsiegerin oder der Gesamtsieger erhält die «grosse Kristallkugel», die Disziplinensiegerinnen und -sieger die «kleinen Kristallkugeln».

Die Geschichte des Biathlons reicht weiter zurück, als viele Wettende annehmen. Die Männer-Weltmeisterschaften fanden erstmals 1958 in Saalfelden in Österreich statt, die Frauen-Weltmeisterschaften ab 1984; seit 1989 werden sie gemeinsam ausgetragen. Biathlon ist seit 1960 mit dem 20-km-Rennen der Männer olympisch, die Frauen sind seit 1992 in Albertville olympisch. Der Weltverband IBU entstand nach der Saison 1993/94, als sich der Biathlon aus der Union Internationale de Pentathlon Moderne et Biathlon (UIPMB) löste. Diese Geschichte prägt die Liste der Grossen des Sports: Martin Fourcade hat den Gesamtweltcup der Männer siebenmal gewonnen, Magdalena Forsberg den der Frauen sechsmal, und beide Namen tauchen regelmässig auf Wettmärkten für Rückblicke und Head-to-Head-Vergleiche auf.

Die Weltcup-Saison beginnt traditionell im November und endet im März; sieben Disziplinen, Weltcup-Stationen auf der Nordhalbkugel, eine Weltmeisterschaft in der Mitte. Der Spielplan folgt damit dem, was die Schweizer Bewilligungs­liste vorsieht: bewilligte Wettbewerbe und Wettarten, keine Trainingsläufe, keine inoffiziellen Wettbewerbe. Die Wettkalender der beiden Schweizer Veranstalter folgen diesem Spielplan, und Biathlon ist in der Wintersaison 2025/26 mit Sprint, Verfolgung, Massenstart, Staffel und Weltmeisterschaft präsent.

Wettarten bei Biathlon-Rennen: vom Sieger bis zur Kombiwette

Ein Biathlon-Rennen ist ein Wettanlass mit vielen Startenden und damit ein Feld für sehr unterschiedliche Wetttypen. Die Gespa-Liste nennt die zulässigen Wettarten, beide Schweizer Veranstalter setzen sie in ihren Wettprogrammen um. Im Kern stehen bei einem Rennen mit vielen Startenden vier Wetttypen, auf die sich die meisten Schweizer Biathlon-Wetten verteilen.

Die Einzelwette auf den Sieger eines Rennens ist die einfachste Form: Eine Voraussage, eine Quote, ein Gewinn. Bei einem Sprint mit sechzig Startenden ist die Quote auf die Top-Favoriten tief, die Quote auf Aussenseiter hoch, und der Wettende entscheidet, wie viel Risiko er einkauft. Die Kombinationswette (Kombiwette) kombiniert mehrere Voraussagen in einem Wettschein, die Quoten multiplizieren sich. Bei Sporttip verlangt der Kombiboost mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50, der Bonus auf den Nettogewinn steigt mit der Anzahl Voraussagen: 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Der Bonus gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, ist pro Person einmal nutzbar und in Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert.

Die Systemwette erlaubt es, mehrere Voraussagen so zu kombinieren, dass auch einzelne Fehltreffer das Gesamtergebnis nicht zwingend zerstören – der Wettende bezahlt dafür einen höheren Gesamteinsatz, weil jede mögliche Kombination einen eigenen Wettschein darstellt. Bei Sporttip liegt der Höchsteinsatz für Systemwetten bei CHF 10’000, für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1’000; der Mindesteinsatz ist CHF 1 pro Wette. Beide Veranstalter können ihre Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen anpassen, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Die Livewette schliesslich erlaubt Wetten während des Rennens. Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, werden mit der Quote 1.00 gewertet, und in spielentscheidenden Situationen – ein Elfmeter, eine Rote Karte, eine Videoschiedsrichter-Entscheidung – kann Swisslos Wetten ebenfalls mit der Quote 1.00 bewerten. Diese Regel schützt den Veranstalter vor «späten» Wetten, die das Rennergebnis bereits kennen.

Der Cash-Out erlaubt es, eine laufende Wette vorzeitig auszahlen zu lassen. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiger Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und Swisslos garantiert Cash-Out nicht für jeden Markt. Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche volle Wettgewinn, hängt vom Stand des Rennergebnisses ab und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden. Das bedeutet: Der Cash-Out ist eine Sicherheitslinie, deren Preis der Veranstalter bestimmt und die der Wettende annimmt oder ablehnt.

Quotenboosts und Profitboosts ergänzen das Wettprogramm. Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und verfallen bei einem Cash-Out. Für Biathlon heisst das: Wer mit einem Boost auf eine Favoritensiegerin setzt, hat einen kleinen zusätzlichen Vorteil gegenüber der regulären Quote, sofern die Favoritenschätzung eintrifft.

Eine besondere Funktion ist der Bet-Builder. Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über den Bet-Builder kombiniert – wer etwa auf «Sprint-Sieg» und «Top-3-Platzierung im Schiessen» derselben Athletin setzen will, braucht den Bet-Builder. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Diese Regel schützt die Wettenden vor Fehlern in der Wettmechanik und den Veranstalter vor ungewollten Risiken aus abhängigen Märkten.

Quoten, Auszahlungsquote und Marge: was eine Quote über ein Rennen verrät

Eine Quote ist das Verhältnis zwischen Einsatz und möglichem Gewinn, ausgedrückt als Dezimalquote. Eine Quote von 2.50 bedeutet: Wer CHF 10 einsetzt, erhält im Gewinnfall CHF 25 zurück, der Nettogewinn beträgt CHF 15. Die Formel für die Auszahlung ist Einsatz × Quote, der Nettogewinn ist Einsatz × (Quote − 1). Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzel­quoten zu einer Gesamtquote. Eine Kombiwette mit drei Voraussagen zu Quoten 1.80, 2.20 und 1.95 hat die Gesamtquote 1.80 × 2.20 × 1.95 = 7’722; wer CHF 5 einsetzt, erhält im Gewinnfall CHF 38.61 zurück.

Eine Quote ist nie neutral. Sie ist das Ergebnis einer Bewertung des Rennergebnisses durch den Buchmacher und enthält einen eingebauten Vorteil des Veranstalters, die Marge. Die Auszahlungsquote (Quotenschlüssel) ist der Anteil aller Einsätze, den ein Markt im Durchschnitt an die Wettenden zurückgibt, berechnet als 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ) über alle möglichen Ausgänge. Die Marge ist 100 % minus die Auszahlungsquote. Ein Markt mit Auszahlungsquote 95 % hat eine Marge von 5 %, der Veranstalter behält im Durchschnitt 5 Rappen pro Franken Einsatz.

Ein illustratives Beispiel: Bei einem Zweiwege-Markt mit zwei Ausgängen zu je Quote 1.90 ergibt sich die Auszahlungsquote als 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ (0.5263 + 0.5263) = 1 ÷ 1.0526 = 0.95, also 95 %. Die Marge dieses Marktes liegt bei 5 %, der Veranstalter behält im Durchschnitt 5 % der Einsätze, 95 % fliessen als Gewinne zurück. In der Praxis kalkulieren Buchmacher mit Quoten, die nicht symmetrisch sind, weil die Wahrscheinlichkeiten nicht symmetrisch sind – bei einem klar favorisierten Sprint-Sieger liegt die Quote auf Sieg bei 2.50, die Quote auf «nicht Sieg» bei 1.50, die Auszahlungsquote sinkt.

Die Marge entscheidet darüber, was ein Wetten langfristig kostet. Wer auf ein Biathlon-Rennen setzt und die Wette verliert, verliert den Einsatz; wer gewinnt, erhält den Bruttogewinn minus die Marge, die der Buchmacher im Preis eingepreist hat. Über viele Wetten hinweg zahlt der Wettende im Durchschnitt die Marge, ein Vorteil des Veranstalters, der nicht durch Tipps oder Strategien ausgeglichen werden kann – auch die beste Prognose unterliegt der Marge, die jede einzelne Wette schon eingepreist hat. Eine typische Marge für einen Zweiwege-Markt liegt im Bereich von 4 bis 6 %, ein Dreiwege-Markt (Sieg / Platz / Verlust) liegt mit 6 bis 8 % höher, Spezialmärkte und exotische Wetten noch höher. Für Schweizer Biathlon-Märkte sind die genauen Margen quellenabhängig und nicht öffentlich ausgewiesen; die in diesem Abschnitt genannten Bereiche entsprechen der üblichen Spanne internationaler Buchmacher.

Eine scheinbar günstige Quote ist noch nicht im Lot zu erkennen: Wer eine Quote von 1.90 auf einen Sieg sieht, sieht nicht, ob die implizite Wahrscheinlichkeit dieses Siegs tatsächlich bei rund 53 % liegt oder ob die Quote überschätzt wurde. Die Marge verzerrt jede Quote nach unten – die Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten eines Marktes ist immer grösser als 100 %, und die Differenz ist die Marge. Wer das versteht, versteht, warum eine höhere Quote nicht automatisch ein besseres Angebot ist und warum der Buchmacher im langfristigen Durchschnitt gewinnt, auch ohne das Rennergebnis zu kennen.

Prognose und Tipp: warum keine Vorhersage das nächste Schiessen vorwegnimmt

Eine Prognose zu einem Biathlon-Rennen baut auf vier Bausteinen auf: die aktuelle Lauf­form der Athletinnen und Athleten, die Schiessleistung im aktuellen Winter, die Wetter- und Streckenbedingungen, und die taktische Situation des Rennens – Verfolgung mit Rückstand, Massenstart mit gleichzeitigem Start, Staffel mit Übergabe­positionen. Eine gute Prognose liest alle vier zusammen und berücksichtigt, dass die Schiess­leistung im Biathlon stärker schwankt als in anderen Ausdauer­sportarten.

Die Schiess­leistung ist der schwerste Baustein. Liegend schiessen die Weltcup-Athletinnen und -Athleten Trefferquoten von 90 % und mehr; stehend sinkt die Quote unter Belastung oft auf 75 bis 85 %, in schlechten Phasen tiefer. Eine Serie von zwei oder drei Stehend­fehlern in einem Sprint kostet 30 bis 45 Sekunden Strafrunden­zeit und ist kaum aufzuholen. Wer auf einen Aussenseiter setzt, setzt auf eine saubere Stehend­serie; wer auf einen Favoriten setzt, setzt darauf, dass die Stehend­schwäche dieses Tages ausbleibt. Diese Einschätzung ist nicht statisch – sie muss die letzten Rennen, die Tagesform, die Strecken­bedingungen und die aktuelle körperliche Verfassung der Athletinnen und Athleten berücksichtigen.

Die Strecken­bedingungen entscheiden mit. Ein Rennen bei Neuschnee und warmen Temperaturen verlangsamt die Laufzeiten, verschiebt das Tempo­profil und verändert die Schiessbedingungen. Ein Ruhetag in der Höhe verändert die Schlaf- und Erholungs­bilanz. All diese Faktoren fliessen in die Quote ein, die der Buchmacher setzt; sie fliessen aber nie vollständig ein, weil der Buchmacher eine Marge einkalkuliert und seine Bewertung der Wahrscheinlichkeit nie mit der Bewertung eines insider­nahen Beobachters identisch ist.

Eine Wertwette (value bet) ist eine Wette, deren Quote die tatsächliche Wahrscheinlichkeit übersteigt. Wer eine Quote von 3.00 auf einen Sieg erhält und die tatsächliche Wahrscheinlichkeit auf 40 % schätzt, sieht eine Wertchance: 3.00 × 0.40 = 1.20, der Erwartungswert ist positiv. Wer die Quote auf 2.50 schätzt, sieht keine Wertchance. Die Frage, ob eine Quote «Wert» ist, hängt vollständig von der eigenen Schätzung der Wahrscheinlichkeit ab – und genau hier wird die Sache heikel. Die eigene Schätzung ist eine Schätzung, nicht ein Wissen; sie kann falsch sein, und sie ist im Mittel gegen die Marge des Buchmachers gerichtet.

Es gibt keine sicheren Tipps. Wer «sichere» Tipps verkauft, verkauft eine Illusion, und wer ihnen folgt, zahlt am Ende die Marge und die falschen Treffer. Das gilt verschärft im Biathlon, wo ein Atemzug am Schiessstand die Prognose zerschlagen kann. Eine Wette bleibt eine Wette: ein Einsatz gegen eine Quote, mit einem erwarteten Verlust in Höhe der Marge.

Schweizer Buchmacher im Vergleich: was die zwei Veranstalter und die offshore-Marken unterscheidet

Die folgende Übersicht ordnet die Anbieter nach ihrer Bewilligungs­situation. Die zwei Schweizer Veranstalter führen den Markt an, weil sie die einzigen sind, die in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen. Die offshore-Anbieter sind als Vergleichs­grösse aufgeführt, nicht als Alternative – sie haben keine Schweizer Bewilligung, keinen Anschluss an das Schweizer Ausschluss­register und keine Schweizer Aufsicht.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / Bewilligungs­status
Swisslos Sporttip Vorhanden SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Veranstalter- und Spielbewilligung BGS, Aufsicht Gespa
Loterie Romande Jouez Sport Vorhanden Société de la Loterie de la Suisse Romande, Sitz Lausanne; Veranstalter- und Spielbewilligung BGS, Aufsicht Gespa
myBet Ohne Bewilligung Lizenz nicht festgestellt, keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS); auf Gespa-Sperrliste setzbar
22Bet Ohne Bewilligung Lizenz nicht festgestellt, keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS); auf Gespa-Sperrliste setzbar
Jackbit Ohne Bewilligung Lizenz nicht festgestellt, keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS); auf Gespa-Sperrliste setzbar
Interwetten Ohne Bewilligung Lizenz nicht festgestellt, keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS); auf Gespa-Sperrliste setzbar
AmunRa Ohne Bewilligung Lizenz nicht festgestellt, keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS); auf Gespa-Sperrliste setzbar
20Bet Ohne Bewilligung Lizenz nicht festgestellt, keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS); auf Gespa-Sperrliste setzbar
Boomerang Bet Ohne Bewilligung Lizenz nicht festgestellt, keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS); auf Gespa-Sperrliste setzbar
Sportaza Ohne Bewilligung Lizenz nicht festgestellt, keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS); auf Gespa-Sperrliste setzbar

Die Bewilligungs­situation ist die eine Seite. Die andere sind die operativen Unterschiede: Welche Wettarten ein Anbieter anbietet, wie hoch die Mindest- und Höchst­einsätze sind, wie der Cash-Out funktioniert, ob Live­wetten verfügbar sind, wie Auszahlungen laufen, und wie die Spieler­schutz­regeln umgesetzt werden. Diese Details entscheiden, wie gut ein Anbieter zu einer bestimmten Wettstrategie passt. Die nächsten Abschnitte gehen die Anbieter einzeln durch, mit den Fakten, die das aktuelle Material zu jedem Anbieter trägt.

Swisslos Sporttip

Swisslos ist die Genossenschaft der Deutschschweizer Kantone plus Tessin und führt ihre Sportwetten unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung an der Gespa umfasst Veranstalter- und Spielbewilligung unter dem Geldspielgesetz, der Sitz der Genossenschaft ist Basel. Der Vertrieb läuft über Verkaufsstellen und die Online-Plattform; Swisslos erzielte 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe finanziert. CHF 109 Mio. stammten 2025 aus den Sportwetten, nach CHF 122 Mio. im Vorjahr – ein leichter Rückgang, der nicht überinterpretiert werden sollte.

Das Wettprogramm bei Sporttip ist auf die Gespa-Liste ausgerichtet: bewilligte Sportarten, bewilligte Wettbewerbe, bewilligte Wettarten. Biathlon ist im Winter Teil des Programms, mit Wetten auf Sprint, Verfolgung, Massenstart, Staffel und Weltmeisterschaft. Die Mindest- und Höchst­einsätze sind klar definiert: CHF 1 pro Einzel- und Kombinationswette, maximal CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und maximal CHF 10’000 pro Systemwette; Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen anpassen, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Quote und der Cash-Out-Betrag sind nicht garantiert; der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche volle Wettgewinn, hängt vom Stand des Rennergebnisses ab und kann jederzeit geändert werden.

Die Spieler­schutz­regeln sind umgesetzt: Verlust­limiten für 1, 7 und 30 Tage müssen vor der ersten Teilnahme gesetzt werden (Obergrenze CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000), Senkung gilt sofort, Erhöhung erst nach 72 Stunden, freiwillige Einzahlungs­limite für 30 Tage möglich, Spielsperre produktbezogen für 1 bis 180 Tage oder unbefristet mit Eintrag im schweizweiten Register. Wer bei Sporttip wettet, ist im Schutz­system drin, und wer im Schutz­system drin ist, kann nicht gleichzeitig bei einem offshore-Anbieter Schutz nach Schweizer Regeln erwarten.

Das Verdikt: Sporttip ist die einzige Adresse für Biathlon-Wetten in der Deutschschweiz und im Tessin, mit voller Schweizer Aufsicht, klaren Limiten und einem Wettprogramm, das die Schweizer Liste erfüllt. Wer im Vertragsgebiet von Swisslos wohnt und auf Biathlon wetten will, hat keine sinnvolle Alternative innerhalb der Schweizer Regeln. Die Kehrseite ist die Segmentierung: Wer in der Romandie wohnt, kann sich hier nicht registrieren, und wer im Ausland wohnt, schon gar nicht. Das Programm ist kleiner als bei grossen offshore-Anbietern, dafür ist jedes Angebot innerhalb der Schweizer Regeln.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande führt ihre Sportwetten unter dem Namen Jouez Sport und betreut die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Der Sitz ist Lausanne, 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz, 221 Mitarbeitende. Die Bewilligung folgt demselben Muster wie bei Swisslos: Veranstalter- und Spielbewilligung unter dem Geldspielgesetz, Aufsicht durch die Gespa. Das Wettprogramm deckt Biathlon im Winter ab, mit den gleichen bewilligten Wettbewerben und Wettarten wie bei Swisslos, weil beide Veranstalter an dieselbe Liste gebunden sind.

Die Spieler­schutz­regeln entsprechen den Schweizer Vorgaben: Verlust­limiten vor der ersten Teilnahme, Möglichkeit der Spielsperre mit Eintrag im schweizweiten Register, Online-Registrierung mit Ausweis­prüfung, eine Person ein Konto. Wer in einem der sechs Kantone wohnt, kann sich online registrieren und an Jouez Sport teilnehmen. Wer in einem Deutschschweizer Kanton wohnt, ist bei Loterie Romande nicht zugelassen – die Wett­struktur ist kantonal segmentiert, und diese Segmentierung ist nicht ein Software-Problem, sondern ein Ergebnis der interkantonalen Vereinbarung.

Das Verdikt: Jouez Sport ist die einzige Adresse für Biathlon-Wetten in der Westschweiz, mit voller Schweizer Aufsicht und einem Wettprogramm, das die Schweizer Liste erfüllt. Die Parallelität zu Swisslos ist kein Zufall: Beide Veranstalter sind an dieselbe Liste gebunden, beide bieten Wetten auf bewilligte Wettbewerbe, beide setzen die Spieler­schutz­regeln des Geldspielgesetzes um. Für Wettende in der Romandie ist Jouez Sport die einzige seriöse Adresse; für Wettende in der Deutschschweiz ist es Swisslos. Wer in beiden Sprachregionen zu Hause ist, kann sich beim ortsansässigen Veranstalter registrieren.

myBet, 22Bet, Jackbit, Interwetten, AmunRa, 20Bet, Boomerang Bet, Sportaza

Diese acht Anbieter sind im Schweizer Markt ohne Bewilligung. Sie werden hier aufgeführt, weil Schweizer Wettinteressenten im Internet auf sie treffen, weil sie internationale Lizenzen aus anderen Rechtsräumen haben, und weil der Vergleich zeigt, was die Schweizer Bewilligung gegenüber dem internationalen Markt bedeutet. Was die Schweizer Bewilligung bedeutet: voller Anschluss an das Schweizer Ausschluss­register, Schweizer Aufsicht über die Wett­mechanik, Schweizer Spieler­schutz­regeln mit Verlust­limiten und Spielsperre, Schweizer Auszahlungs­regeln mit Auszahlung nur auf ein Konto im Namen der spielenden Person, Schweizer Aufsicht über die Werbung, keine Werbung für nicht bewilligte Anbieter in der Schweiz, und keine Steuer­freibetrags­regelung wie bei Schweizer Grossspielen – die Gewinne fallen je nach Kanton in die Einkommens­steuer.

Was die Schweizer Bewilligung nicht bedeutet: Eine Garantie, dass ein bestimmter Biathlon-Markt angeboten wird, eine bestimmte Quote gesetzt wird, oder eine bestimmte Auszahlungs­geschwindigkeit gilt. Die Schweizer Liste ist abschliessend, aber innerhalb der Liste haben die Veranstalter Spielraum. Wer das maximale Wettprogramm sucht – Hunderte Märkte pro Rennen, Spezialwetten, exotische Quoten – findet das bei grossen offshore-Buchmachern. Wer die maximale Sicherheit innerhalb der Schweizer Regeln sucht, findet das nur bei Swisslos und Loterie Romande.

Die offshore-Anbieter sind nicht als Alternative empfohlen, sondern als Vergleichs­grösse. Wer bei einem offshore-Anbieter wettet, kann zwar auf mehr Märkte zugreifen, zahlt aber den Preis in fehlendem Schweizer Schutz: keine Spieler­schutz­regeln nach Schweizer Standard, keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Sperre bei Spielsucht, mögliche Einziehung von Einsätzen und Gewinnen in Strafverfahren, und je nach Kanton volle Steuer­pflicht der Gewinne ohne Freibetrag. Dazu kommt die DNS-Sperre der Gespa, die den Zugang über Schweizer Internet­anbieter blockiert und von den Anbietern durch neue Domains umgangen wird.

Das Verdikt: Diese Anbieter sind im Schweizer Markt präsent, aber nicht in der Schweiz zugelassen. Die Frage «Was ist der beste Anbieter?» hat für eine Schweizer Wett­interessentin oder einen Schweizer Wett­interessenten zwei mögliche Antworten, beide innerhalb der Schweizer Regeln. Wer im Vertragsgebiet von Swisslos wohnt, wettet bei Swisslos Sporttip. Wer im Vertragsgebiet der Loterie Romande wohnt, wettet bei Jouez Sport. Wer offshore wettet, verlässt das Schweizer Schutz­system und akzeptiert die damit verbundenen Risiken.

Steuern, Auszahlung und die Mechanik hinter dem Gewinn

Eine Biathlon-Wette endet im Gewinnfall mit der Auszahlung des Brutto­gewinns auf das Schweizer Spielerkonto. Die Auszahlung erfolgt nach den Regeln des Geldspielgesetzes: nur auf ein Zahlungskonto im Namen der Konto­inhaberin oder des Konto­inhabers (Art. 50 Abs. 2 VGS), keine anonymen Auszahlungen, keine Krypto-Auszahlungen, kein Kredit an die spielende Person (Art. 75 Abs. 1 BGS). Bei Swisslos und Loterie Romande ist die Auszahlung in Schweizer Franken, die Bearbeitung läuft über die im Spielerkonto hinterlegte Bank­verbindung oder das Post­finance-Konto.

Die Besteuerung folgt dem Geldspielgesetz und der Steuer­praxis der Kantone. Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuer­freibetrag einkommens­steuerfrei, der Freibetrag wird pro Einzelgewinn angewendet. Der bundesrechtliche Freibetrag beträgt ab dem 1. Januar 2026 CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400; oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungs­steuer ein, die über die Steuer­erklärung zurückgefordert werden kann. Die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich, deshalb steht in den Bedingungen «je nach Kanton»: Die meisten Wett­gewinne liegen weit unter dem Freibetrag und sind damit steuerfrei, die Frage wird erst oberhalb des Freibetrags relevant.

Bei offshore-Anbietern gilt eine andere Logik. Gewinne aus ausländischen Grossspielen unterliegen keiner Verrechnungs­steuer, weil der ausländische Veranstalter keine Schweizer Verrechnungs­steuer abführt; die einkommens­steuer­rechtliche Behandlung hängt vom Wohnsitz­kanton ab. Der Kanton Thurgau besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als Einkommen, andere Kantone wenden den Freibetrag des Bundesrechts analog an oder haben eigene Schwellen. Wer bei einem offshore-Anbieter grössere Gewinne erzielt, sollte sie vor der Auszahlung mit der kantonalen Steuer­verwaltung oder mit einer Steuer­beratung klären, denn die Antwort ist kantonal unterschiedlich und für die Steuer­erklärung massgebend.

Die Frage, wer die Wettsteuer trägt, hat eine einfache Antwort: In der Schweiz gibt es keine Wettsteuer auf den Einsatz, die Marge des Veranstalters ist im Preis eingepreist, und sie fliesst in den Reingewinn, den die Veranstalter an die kantonalen Fonds und an die Stiftung Sportförderung Schweiz ausschütten. Diese Ausschüttung ist die Quelle der Wett­steuer, nicht der Wettende. Wer eine Wette verliert, verliert seinen Einsatz und zahlt keine zusätzliche Steuer; wer eine Wette gewinnt, erhält seinen Gewinn und unterliegt den oben dargestellten Einkommens­steuer­regeln.

Praktische Hinweise für die Biathlon-Saison 2026

Wer in der Schweiz auf Biathlon wetten will, geht ein paar praktische Schritte durch. Zuerst die Adresse: Wer im Vertragsgebiet von Swisslos wohnt, geht zu Swisslos Sporttip, wer im Vertragsgebiet der Loterie Romande wohnt, geht zu Jouez Sport. Eine Registrierung beim «falschen» Veranstalter ist nicht möglich, weil das Vertragsgebiet durch die Post­leitzahl und den Ausweis geprüft wird. Zweitens die Limiten: Vor der ersten Wette werden Verlust­limiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt, mit einer Obergrenze von CHF 9’999 pro Tag (CHF 1’000 unter 21 Jahren) und mit einer Erhöhungs­frist von 72 Stunden. Wer diese Limiten konsequent setzt und nicht spontan erhöht, hat das Schutz­system auf seiner Seite. Drittens die Wette selbst: Ein Blick auf den Wettkalender zeigt die anstehenden Sprint-, Verfolgungs-, Massenstart- und Staffel-Rennen sowie die Welt­meisterschafts­termine, ein Blick auf das Wettprogramm zeigt die verfügbaren Wettarten, ein Blick auf die Quote zeigt die implizite Wahrscheinlichkeit und die Marge.

Wer über die Schweizer Veranstalter hinausgeht und offshore wettet, sollte sich bewusst sein, dass er das Schweizer Schutz­system verlässt: Die Spieler­schutz­regeln gelten nur am Schweizer Veranstalter, die Spielsperre gilt nur im Schweizer Register, und die Sperre der Gespa kann den Zugang über Schweizer Internet­anbieter blockieren. Die Frage, ob sich der höhere Markt­umfang lohnt, ist eine persönliche Abwägung, die jeder Wettende für sich beantworten muss. Die Schweizer Bewilligung ist kein Marketing-Vorteil, sondern ein Schutz­system mit konkreten Regeln.

Die Saison 2026 läuft nach dem gewohnten Muster: Weltcup-Stationen von November bis Ende März, Welt­meisterschaft in der Saison­mitte, olympische Saison in Jahren mit Winterspielen. Biathlon bleibt eine Wett­disziplin, in der die Schiess­leistung den Lauf dominiert, und eine Wett­disziplin, in der keine Prognose das nächste Stehend­schiessen vorwegnimmt. Wer das versteht, wettet mit offenen Augen, wer es nicht versteht, wettet gegen eine Marge, die er nicht sieht.

Häufig gestellte Fragen

Ist Biathlon-Wetten in der Schweiz erlaubt, und bei welchem Veranstalter?

Biathlon-Wetten sind in der Schweiz erlaubt, aber nur bei den beiden bewilligten Veranstaltern: Swisslos Sporttip für die Deutschschweizer Kantone, Tessin und Liechtenstein, Loterie Romande Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Eine Registrierung ist nur mit Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet möglich, jede Person darf nur ein Konto führen.

Welche Wettarten gibt es bei einem Biathlon-Rennen?

Bei einem Biathlon-Rennen gibt es Einzelwetten auf den Sieger, Kombinationswetten auf mehrere Voraussagen, Systemwetten mit teilweisem Fehltreffer­schutz und Livewetten während des Rennens. Der Cash-Out erlaubt eine vorzeitige Auszahlung, der Bet-Builder kombiniert abhängige Voraussagen desselben Rennens, und Quoten- und Profitboosts sind online für Prematch-Einzelwetten verfügbar.

Wie entsteht eine Prognose zu einem Biathlon-Rennen, und warum gibt es keinen sicheren Tipp?

Eine Prognose liest die Lauf­form, die Schiess­leistung, die Wetter- und Strecken­bedingungen und die taktische Situation des Rennens zusammen, mit besonderem Gewicht auf der Stehend­schiess­quote. Es gibt keinen sicheren Tipp, weil ein einzelner Schuss am Schiess­stand das Rennen drehen kann und die Marge im Preis eingepreist ist, die der Buchmacher im Durchschnitt gewinnt.

Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?

Der Brutto­gewinn ist Einsatz × Quote, der Netto­gewinn ist Einsatz × (Quote − 1). Bei einer Quote von 2.50 auf einen Sieg mit Einsatz CHF 10 beträgt der Brutto­gewinn CHF 25 und der Netto­gewinn CHF 15; bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzel­quoten zu einer Gesamtquote.

Welche Verlust­limiten müssen vor der ersten Wette gesetzt werden?

Vor der ersten Wette müssen Verlust­limiten für 1 Tag, 7 Tage und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Obergrenze von CHF 9’999 pro Tag (CHF 1’000 unter 21 Jahren). Eine Senkung der Limite tritt sofort in Kraft, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, eine zusätzliche freiwillige Einzahlungs­limite für 30 Tage ist möglich.

Sind Biathlon-Wettgewinne steuerfrei, und was heisst «je nach Kanton»?

Wettgewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum bundesrechtlichen Freibetrag von CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn (ab 2026) einkommens­steuerfrei, oberhalb behält der Veranstalter 35 % Verrechnungs­steuer ein. Die kantonalen Freibeträge und die einkommens­steuer­rechtliche Behandlung von Gewinnen aus ausländischen Grossspielen variieren, deshalb der Hinweis «je nach Kanton»: Eine Anfrage beim kantonalen Steueramt oder einer Steuer­beratung klärt die Frage für den eigenen Wohnsitz­kanton.

Inhalt erstellt vom Team «Wettscheinheute.com»